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Lang Helmut, doc. Dr., Ph.D.

Helmut Lang

20 Jahre an der Wirtschaftsuniversität Prag

Zu Beginn der neunziger Jahre beriet ich einen Autor, der ein Buch über „Strategie in der Politik“ schreiben wollte und darunter hochkarätige Autoren hatte, z. B. den ehemaligen deutschen Bundeskanzler Helmut Schmidt und den Rektor der Wirtschaftsuniversität Prag. In diesem Zusammenhang höre  hörte ich das erste Mal davon, dass es in Prag eine eigene Wirtschaftsuniversität gibt, die ich bald darauf aufsuchte.

Dort traf ich 1992 Prof. Ing. Miloslav Synek, CSc. mit dem ich sehr rasch ein menschlich sehr angenehmes wissenschaftliches Gespräch führte. Bei meinem ersten Besuch an der Wirtschaftsuniversität Prag war ich, wie ich heute zugeben kann, etwas skeptisch. Über vier Jahrzehnte sozialistische Wirtschaftspolitik, was würde mich bei den Professoren der Wirtschaftsuniversität Prag erwarten? Diese Befürchtung war nach einer dreißigminütigen Diskussion über wissenschaftliche Forschungsergebnisse in den USA  mit Prof. Ing. Synek, CSc. vollständig geschwunden. Ich war erstaunt über sein hohes aktuelles Fachwissen und seine umfassenden Kenntnisse über die moderne amerikanische Betriebswirtschaft. Als ich ihn konkret darauf ansprach, teilte er mir schmunzelnd mit, dass er und viele seiner Kollegen seit der „Samtenen Revolution“ längere Zeit in den USA an Universitäten verbracht hätten. Er riet mir auch, zu promovieren und nicht, wie ich ursprünglich beabsichtigt hatte, einen „Master of Business Administration“ anzustreben.

Ich folgte seinem Rat und begann mit einem Distanzstudium für Doctoral Studies. Dieses war für mich nicht nur sehr arbeitsintensiv, sondern auch im Vergleich zu meinem Heimatland sehr spannend, hatte ich doch in Deutschland zwei akademische Abschlüsse mit Prädikat erworben, nämlich die Studienabschlüsse „Diplom-Handelslehrer“ und “Diplom-Kaufmann“, weitgehend identisch mit dem tschechischen „Ingenieur“. Der Vergleich der deutschen Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, an der ich studiert hatte und der tschechischen, jedoch stark amerikanisch geprägten Wirtschaftsuniversität Prag war für mich sehr wertvoll und förderlich. Mir wurde immer mehr bewusst, welch hohe Qualität die Wirtschaftsuniversität Prag ihren Studenten bot.

Das Doktorandenstudium war jedoch alles andere als einfach. Ich musste mich insgesamt 13 Examina unterziehen und mich dafür in Deutschland auf der Grundlage der mir von den Professoren vorgeschlagenen umfangreichen Literatur vorbereiten.

Nicht vergessen werde ich mein erstes Examen in „Makroökonomie“ bei Prof. Ing. Mach, CSc., das ich mit „sehr gut“ bestand. Prof. Ing. Voijtisec, CSc., der damalige Betreuer des Doktorandenstudiums sagte mir damals “Herr Lang, Sie sind ein Held, wenn Sie bei Prof. Mach die Note „sehr gut“ bekommen haben.“ Dieses Lob habe ich bis heute nicht vergessen.

Auf diese Weise kam ich drei Jahre lang ca. alle drei Monate nach Prag, um bei unterschiedlichen Professoren  Prüfungen zu absolvieren: schriftlich, mündlich, in Form von Referaten und in einem Fall sogar in der Gestaltung eines Seminars für die Studenten. Hierbei ging es um Unternehmensführung, was mir, der ich früher als Managementtrainer beim Großversandhaus Quelle tätig war, sehr gefiel, weil ich zu dieser Thematik nicht nur Theorie, sondern auch praktische Erfahrungen eines Großunternehmens einbringen konnte.

Ich hatte die Wahl, alle meine Examina in tschechischer oder in englischer Sprache zu absolvieren. Es dürfte verständlich sein, dass ich mich für Englisch entschied.

Im Jahr 1995 war es dann soweit: Ich hatte alle Examina des Doktorandenstudiums absolviert,  das Rigorosum mit Erfolg bestanden und musste mich nunmehr der Verteidigung meiner Doktorarbeit, unterziehen, deren Thema  eine Gesamtdarstellung der Kosten- und Leistungsrechnung war.

Bereits dieses Verfahren war neu für mich, ebenso die Tatsache, dass zwei Opponenten sich darauf vorbereiteten, die Arbeit kritisch zu hinterfragen, um eine wissenschaftliche Diskussion anzuregen. Neu für mich war jedoch auch das hohe Verständnis für einen Doktoranden, der vor Beginn der Veranstaltung die Gutachten einsehen durfte, dem man einen Kaffee vor der Prüfung anbot und ihm durch die ganze Atmosphäre einen Großteil seiner Prüfungsangst nahm. Am Schluss der Verteidigung gestattete mir Prof. Ing. Hoffmann, CSc. sogar, die Fragen der Kommission auf Deutsch zu beantworten. Für dieses Verständnis bin ich ihm noch heute dankbar.

Nach erfolgreichem Abschluss der Verteidigung wurde ich als erster Deutscher seit der „Samtenen Revolution“ 1995 an der Wirtschaftsuniversität Prag zum „Doktor“ promoviert. Das externe Doktorandenstudium war zwar für mich sehr anstrengend, aber ich habe in dieser Zeit auch viele tschechische Akademiker kennengelernt und war sehr angetan von der leistungsorientierten Atmosphäre an der Wirtschaftsuniversität Prag. Deshalb blieb ich nach Aufforderung von Prof. Ing. Synek, CSc an der Universität und hielt regelmäßige Vorlesungen über die an Hand von Fallstudien nachgewiesenen praxisorientierten Formen der Deckungsbeitragsrechnung, die Plankostenrechnung sowie über aktuelle Neuerungen der Kostenrechnung.

1997 wurde ich zum Gastprofessor im Bereich Betriebswirtschaft und Management ernannt und halte seit dieser Zeit in jedem Semester an drei Tagen meine Vorlesungen mit anschließender Prüfung. Unterrichtssprache ist deutsch und – simultan – Englisch. Die Prüfung kann ebenfalls in einer dieser beiden Sprachen abgelegt werden.

Da ich es anstrebte, Professor an der Wirtschaftsuniversität Prag zu  werden, begann ich Ende der neunziger Jahre damit, eine insgesamt 529 Seiten umfassenden Habilitationsschrift mit dem Titel „Die Übertragung des Modells der European Foundation for Quality Management (EFQM) auf Bildungsinstitutionen“ zu verfassen. Im Jahr 2001 absolvierte ich erfolgreich vor dem Wissenschaftsrat die Verteidigung dieser Arbeit und wurde zum „Docent“ ernannt. Besonderen Dank schulde ich bei der Beratung und Betreuung Prof. Ing. Dvorak, CSC,  Prof. Ing. Veber, CSc und  Prof. Ing. Novy, CSc.

Seit dieser Zeit strebe ich weiterhin an, Professor zu werden, hatte jedoch bislang damit keinen Erfolg, da es einen mehrfachen Wechsel der einschlägigen Verordnungen der Universität zur Ernennung von Professoren gab, die stets mit einer Erhöhung der Anforderungen verbunden waren, von denen ich zwar die allermeisten, jedoch nicht alle erfülle. Haupthindernis sind die fehlenden Zitate meiner Veröffentlichungen im SSC-Index.

Als Mitglied in der Wissenschaftskommission der Universität konnte ich bis heute 162 Veröffentlichungen verfassen, darunter auch zwei Bücher, die in Deutsch erschienen aber auch bei C. H. Beck, Praha in die tschechische Sprache übersetzt wurden. Es gibt bis heute 68 Kritiken und Zitierungen meiner Veröffentlichungen in Deutschland und der Tschechischen Republik in der jeweiligen Fachliteratur. Häufig und nachhaltig kooperiere ich mit Professoren und wissenschaftlichen Mitarbeitern der VSE bei Veröffentlichungen oder der Teilnahme an Kongressen.

Insgesamt habe ich als Doktorvater nach Aufnahme in die Doktorandenkommission fünf tschechische Doktoranden betreut, die heute alle erfolgreich promoviert wurden.

Zahlreiche Gespräche und Diskussionen mit meinen Studenten zeigten reges Interesse an den Entwicklungen der deutschen Wirtschaft. Der Wunsch, deutsche Firmen zu besuchen, wurde mehrfach an mich herangetragen. So ermöglichte ich 2002 dank großzügiger Spenden der bayerischen Wirtschaft den Besuch von Studenten, Dozenten und Professoren der VSE in Nürnberg, wo wir zahlreiche bedeutende Unternehmen Bayerns besuchten.  Aber auch in der Tschechischen Republik fanden Besichtigungen statt, z. B. bei dem deutsch-tschechischen Unternehmen WEILER in Holoubkov.

Für meine völkerverbindende Tätigkeit als Docent an der VSE Prag verlieh mit der Staatsminister für Europaangelegenheiten und regionale Beziehungen in der Bayerischen Staatskanzlei im Jahr 2005 die „Medaille für besondere Verdienste um Bayern in einem Vereinten Europa“. Damit wurde mein Engagement in Prag, das ausschließlich während meines Urlaubs bzw. während der Ferien stattfindet, in Bayern offiziell ausgezeichnet. In der Laudation hieß es hierzu: “Sein besonderes Augenmerk gilt der tschechisch-deutschen Zusammenarbeit. Als erster Deutscher überhaupt haben Sie an der Fakultät für Betriebswirtschaft und Management der Wirtschaftsuniversität Prag mit Auszeichnung promoviert und sich später habilitiert. Seit rund 10 Jahren halten Sie dort Vorlesungen und Seminare in deutscher und englischer Sprache … Sie unterstreichen so Ihr außergewöhnliches großes Engagement für die Völkerverständigung und internationale Zusammenarbeit.“ In der Folgezeit drehte auch das deutsche Fernsehen einen Film über meine Tätigkeit an der VSE (u.a. Interview mit dem damaligen Dekan Prof. Ing. Kleibl, CSc), der europaweit gesendet wurde.

Mit der Nachfolgerin von Prof. Ing. M. Synek, CSc.,  Frau Prof. Ing. Eva Kislingerova, CSc, die jetzt die Betriebswirtschaftliche Abteilung leitet, arbeite ich seit Jahren sehr eng und vertrauensvoll zusammen. Sie hat mich auch in den Herausgeberrat ihrer Internetzeitschrift berufen. Ich bereite derzeit einen Beitrag für ihr neuestes Buchprojekt vor und werde auch wieder als Referent am diesjährigen Kongress der Fakultät in Prag teilnehmen.

Blicke ich jetzt zurück auf 20 Jahre Tätigkeit an der VSE so kann ich konstatieren, dass ich sehr viel gelernt,  zahlreiche Freunde gewonnen und viele beglückende menschliche Begegnungen hatte. Ich möchte meine Zeit in Prag in meinem Leben nicht missen und wünsche der VSE Praha weiterhin viel Erfolg bei Ihrem Streben nach akademischer Exzellenz.

 

Ediční poznámka

 

Autorem textu je doc. Dr. Helmut Lang, Ph.D., hostující profesor VŠE, který působil na Fachschule Ansbach Nürnberg ve Spolkové republice Německo. Jako hostující profesor přednášel německy a anglicky na VŠE a na Pražské mezinárodní manažerské školy. Česky vyšly jeho knihy: Management: trendy a teorie. Vyd. 1. Praha: C. H. Beck, 2007. 287 s. Beckovy ekonomické učebnice. ISBN 978-80-7179-683-1; Manažerské účetnictví: teorie a praxe. Vyd. 1. Praha: C. H. Beck, 2005. 216 s. C. H. Beck pro praxi. ISBN 80-7179-419-8.

 

Autor souhlasil se zveřejněním textu na webových stránkách věnujících se dějinám VŠE.

 

Editor: prof. Ing. Miloslav Synek, CSc.

 

V Praze, 30. května 2012

 

Otisk stránky: http://nb.vse.cz/~langh/

Fakulta podnikohospodářská
Katedra podnikové ekonomiky
  doc. Dr. Helmut Lang, Ph.D.Diplom-KaufmannDiplom-HandelslehrerHostující profesorOsobní stránkyKatedra podnikové ekonomiky

Fakulta podnikohospodářská

Vysoká škola ekonomická Praha

130 67 Praha 3-Žižkov

nám. W. Churchilla 4

Česká republika

telefon:  +49-911-5808585

fax: +49-911-5808586

E-mail: HH@arcor.de

Academic Education:

1969 – 1973 Studies at Friedrich-Alexander-University Erlangen-Nürnberg
1973 Diplom-Handelslehrer
1974 Examination in public law
1975 Diplom-Kaufmann
1977 State examination for teachers of higher education in Bavaria
1995 Doctoral degree at Prague Economic University
1997 Visiting Professor at Prague Economic University
2001 Defence of the Habilitation thesis for academic degree „Docent“

Functions:

1974 Management Trainer at the mailorder house QUELLE
1979 – 1989 Assistent of Superintendent of 24 schools of higher education
1983 – 1986 Trainer of teachers of higher education
1989 – 2003 Principal of a commercial school in Bavaria
since 1997 Visiting Professor at Prague Economic University
since 2001 Docent at Prague Economic University
since 2003 Principal of a Grammar School for adults in Germany

Topics of Research:

  • Theory and practice of cost analysis, finance, controlling, business reengineering, reform of civil service, quality management according to ISO 9001 and the adaptation of the EFQM Excellence Model and Balance Scorecard to educational institutions.
  • Czech-German co-operation
  • 151 publications in German, English and Czech

Publications:

Kosten- und Leistungsrechnung, 5., verbesserte und erweiterte Auflage, München 2002 (1990), 186 S.

Kostenrechnung in Theorie und Praxis, Arbeitsunterlage für das Fernstudium/Theory and Practice of Costs Analysis/Working Paper for Distance Studies, zweisprachig verfasste Arbeitsunterlage, Wirtschaftsuniversität Prag VSE, Prag 2002, 53 S.

Zisky pri “US-Leasingu”, Artikel in tschechischer Sprache über US-Cross-Boarder-Leasing, in: Pravni Zpravodaj, hrsg. vom Beck-Verlag, Prag, Heft 12, Dezember 2002, S. 9-10

Übungen zur Kostenrechnung, VSE-Verlag, Prag, Juli 2003, 102 S.

Exercises of Cost Accounting, Übungsbuch zur Kostenrechnung, VSE-Verlag, Prag, Dezember 2003, 102 S.

Praxisorientierte Kennzahlensysteme in Deutschland, dargestellt am Beispiel der Kredit-gewährung für ein mittelständisches Unternehmen, Originaltitel: Prakticky orientované systemy ukazetelu v Nemecku, in: Nová teorie podniku, hrsg. von Projekt IGA, 14/03, VSE, Praha 2004, S. 94-99

Manažerské účetnictví, teorie a praxe (deutscher Titel: Kostenrechnung für Manager), mit einem Vorwort von Prof. Ing. Synek, Lehrbuch, Beck-Verlag, Praha, 2005, 216 S.

Neue Theorie des Management und der Betriebswirtschaft,Lehrbuch, Salzwasser-Verlag, Bremen 2006, 641 S.

Die Balanced Scorecard für die Staatliche Berufsoberschule Nürnberg, in: Jahresbericht 2006/2007 der Staatlichen Berufsoberschule Nürnberg, Nürnberg, Juli 2007, S. 24-32

Management, trendy a teorie (deutscher Titel: Management, Trends und Theorie). Beck-Verlag, Prag 2007, 287 S.

Modernes Management von Bildungseinrichtungen nach dem Modell der European Foundation for Quality Management (EFQM), Habilitationsschrift, Prag 2001, 529 S.

Qualitätsmanagement nach dem EFQM-Excellence Model an der Städtischen Wirtschaftsschule Ansbach, Beitrag für die Loseblatt-Sammlung des Haufe-Verlages Freiburg „Controlling in der öffentlichen Verwaltung“, Heft 1, Februar 2003, S. 371-396 und Heft 2, April 2003, S. 397-410, insgesamt 39 S.

Kampf dem Ausbildungsabbruch, in: Capital, Nr. 21, 2006, S. 16-17

Copyright doc. Dr. Helmut Lang, Ph.D. 2008